Hegeschau LKR Miesbach 2026
Hegeschau 2026 der Kreisgruppe Miesbach
Die Hegeschau der Kreisgruppe Miesbach im Bayerischen Jagdverband auf Gut Kaltenbrunn stellte auch in diesem Jahr eine zentrale Plattform für Rückblick, fachlichen Austausch und Standortbestimmung rund um Hege, Jagd und Naturschutz im Landkreis dar. Zahlreiche Besucher aus Jägerschaft, Landwirtschaft, Forst und interessierter Öffentlichkeit nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Im Mittelpunkt standen Themen wie Wildbestandsentwicklung, Wald Wild Verhältnis sowie praxisnahe Ansätze im Wildtiermanagement. Dabei wurde deutlich, dass nachhaltige Lösungen nur im konstruktiven Zusammenwirken aller Beteiligten erreicht werden können. Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen betonten die Bedeutung eines sachlichen Dialogs und die Notwendigkeit, regionale Gegebenheiten differenziert zu betrachten.
Die Veranstaltung war durchgehend von einem sachlichen und konstruktiven Austausch geprägt. Unterschiedliche fachliche Sichtweisen wurden eingebracht und diskutiert, ohne dass dies den insgesamt positiven Charakter der Hegeschau beeinträchtigte. Vielmehr zeigte sich, dass gerade dieser offene Dialog eine tragfähige Grundlage für zukünftige Entwicklungen bildet.
Ein besonderer Akzent lag auf dem Beitrag von Bayerns Jagdkönigin Diana Merkle, die im Gespräch mit 1. Vorstand - Wolfgang Mayr, 2. Vorstand - Sepp Hartl und 3. Vorstand - Dr. Jakob Huber die Faszination der Jagd sowie die Verantwortung des Jägers im Gefüge von Natur und Lebensraum eindrucksvoll vermittelte. Ihre Ausführungen fanden großen Zuspruch und trugen zur positiven Wahrnehmung der Veranstaltung bei.
Auch die weiteren Mitglieder der Vorstandschaft der Kreisgruppe nahmen aktiv am Geschehen teil und brachten sich sowohl organisatorisch als auch inhaltlich engagiert ein. Dadurch wurde die Geschlossenheit und fachliche Kompetenz der Kreisgruppe nach außen deutlich sichtbar.
Für Interessierte und die Jägerschaft bot die Hegeschau neben den zahlreichen ausgestellten Trophäen auch ein vielfältiges Rahmenprogramm. Verschiedene Marktstände, darunter Trachten Jäger, die Goldschmiedin Ursula Bertele, ein Anbieter von Drohnentechnik zur Jungwildrettung, regionale Imker sowie ein Edelweißschnitzer, gaben Einblicke in jagdnahes Handwerk, Brauchtum und moderne Technik. Am Infostand der Kreisgruppe mit dem Schwerpunkt Kitzrettung wurde in diesem Jahr erneut eine Tombola zugunsten der Kitzrettung der Kreisgruppe durchgeführt, die auf große Resonanz stieß und sehr gut angenommen wurde.
Wie jedes Jahr wurde die Veranstaltung durch die Bläsergruppe der Kreisgruppe Miesbach unter der Leitung von Thomas Sicka würdig und stimmungsvoll umrahmt.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die öffentliche Wahrnehmung der Jagd angesprochen. Dabei wurde deutlich gemacht, dass die Jägerschaft mit ihrer fachlichen Ausbildung, praktischen Erfahrung und dem Einsatz gut ausgebildeter Jagdhunde einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt einer artenreichen Kulturlandschaft leistet. Gleichzeitig wurde kritisch angemerkt, dass die Diskussion um Jagd und Wildtiermanagement in der Öffentlichkeit häufig stark polarisiert geführt wird. Zwischen sehr weitgehenden Forderungen nach Reduktion von Wildbeständen und grundsätzlicher Ablehnung der Jagd ist es aus Sicht der Jägerschaft zunehmend anspruchsvoll, die eigene Arbeit sachlich zu vermitteln. Umso wichtiger erscheint ein faktenbasierter Dialog, der die komplexen Zusammenhänge von Wald, Wild und Nutzung realistisch abbildet.
Ergänzt wurde das Programm durch zahlreiche Gespräche und Beiträge, die die Vielschichtigkeit der jagdlichen Praxis sowie deren Einbettung in gesellschaftliche und ökologische Zusammenhänge verdeutlichten. Die Darstellung der jagdlichen Arbeit und ihrer Bedeutung für den Erhalt einer artenreichen Kulturlandschaft fand breite Anerkennung.
Insgesamt war die Hegeschau eine gelungene und von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommene Veranstaltung, die sowohl fachlich als auch im persönlichen Austausch überzeugte.
Abschließend bedankt sich die Vorstandschaft der Kreisgruppe ausdrücklich bei allen Organisatoren sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Engagement maßgeblich zum Erfolg dieser Hegeschau beigetragen haben. Dieser Dank gilt ausdrücklich auch dem vorangegangenen Aktionstag für Schulkinder, der mit großem Einsatz vorbereitet und durchgeführt wurde und einen wichtigen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung der Jägerschaft leistet.
Abschusszahlen
Der Kreisjagdberater präsentierte die Abschusszahlen 2025. Beim Rehwild, das einem Drei-Jahres-Abschussplan unterliegt, habe 2025 eine neue Periode begonnen. Das Soll lag bei 33 Prozent des Plans, was einer Stückzahl von 3379 entspricht. Geschossen wurden 30 Prozent, also 3052 Stück Rehwild.
Beim Rotwild lag das Soll bei 1198. Erlegt wurden 936 Tiere, die Abschussquote liegt bei 78 Prozent. Beim Gamswild wurde die Quote zu 94 Prozent erfüllt. Heißt: Es wurden 677 Gämsen geschossen. Das Soll lag bei 724 Tieren. Kuhn zufolge gebe es im Kernbereich stabile Wildpopulationen, in den Randbereichen würden sie größer. Der Auftrag an die Jäger sei: „Steuernd tätig zu werden, um auszugleichen.“
Text: 1. Schriftführer - Christian Fischer