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Füttern oder nicht füttern: Wirbel um die Notzeit für Wildtiere

Nach langem Hin und Her wurde die Notzeit ausgerufen, nun gibt es Wirbel um die Fütterungspraxis. Was in Oberbayern los ist.

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21. Januar 2026 - 09:00 Uhr, Sabine Feller - PIRSCH

In Oberbayern gab es viel Wirbel um die Notzeit für Wildtiere.

In Rottach-Egern (Bayern) geht der Ärger um Fütterungspraxis und Notzeit weiter. Der Rottacher Jagdvorstand hatte 2025 seine Fütterungspraxis geändert und die Winterfütterung vom Rotwild eingestellt - nur in einer Notzeit würden dann Fütterungen durchgeführt. Bereits im letzten Jahr hatte sich die BJV-Kreisgruppe Miesbach dafür stark gemacht, dass diese ausgerufen werden sollte. Nachdem die Notzeit im letzten Jahr nicht angeordnet wurde, hatten sich Wolfgang Mayr, Vorsitzender der Kreisgruppe Miesbach des Bayerischen Jagdverbands, und seine Mitstreiter dieses Jahr erneut für eine erlaubte Fütterung starkgemacht - und lange keine Möglichkeit dazu bekommen, obwohl Schneefall und Minusgrade den Wildtieren die Futtersuche so gut wie unmöglich machten. Doch der Druck aus der Bevölkerung nahm zu, erzählt Mayr im Gespräch mit unserer Redaktion. Und zeigte Wirkung: Nun hat der Landrat Anfang Januar eingelenkt und überraschend die Notzeit ausgerufen. So musste der Rottacher Jagdvorstand im über 2.000 ha großen Hochwildrevier füttern. „Diese Notzeit wird nun beibehalten, solange es nötig ist“, so Mayr. Er macht sich für verbindliche Zeiten für die Rotwild-Fütterung stark statt eines schwammigen „Kaugummi-Paragraphen“.

Behördliche Anordnung

Mit der Notzeit besteht nun die Anordnung zur Fütterung. Dieser wurde auch nachgekommen - allerdings mit Heuballen, die nicht der Qualität entsprechen, die Rotwild benötigt. Das rief das Landratsamt erneut auf den Plan: Nachdem der Ansage, die Ballen auszutauschen, nicht nachgekommen wurde, ordneten sie eine Ersatzvornahme, also eine sachgerechte Fütterung an. Die Fütterung wurde ausgetauscht, die Kosten dafür muss der Jagdvorstand tragen.

Management gefordert

Ein weiteres Dilemma: Die Professionalität im Umgang mit dem Jagdmanagement im Hochwildrevier, was momemtan in Eigenregie bewirtschaftet wird. Hier vermisst Mayr einen Berufsjäger: „So lassen sich Misstände im Vorfeld vermeiden“.

21. Januar 2026 - 09:00 Uhr, Sabine Feller - PIRSCH

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